Strom und Energie für Siegen
Braunkohle
Braunkohle – ein bräunliches Sedimentgestein, das heute hauptsächlich zur Stromproduktion verwendet wird – entstand im Tertiär, vor rund 65 bis vor 3 Millionen Jahren aus abgestorbenen Pflanzenresten. Diese durchliefen ohne Luftzufuhr und unter Druck über einen langen Zeitraum dem Prozess der Inkohlung. Da Braunkohle jünger als Steinkohle ist, hat sie einen höheren Schwefelgehalt und eine lockerere und körnigere Konsistenz. Sie besteht zu etwa 50% aus Wasser und in der Trockenmasse zu 70% des Volumens aus Kohlenstoff, was sie zu einem so guten Energieträger macht.Die Braunkohle wird im so genannten Braunkohletagebau abgebaut. Sie wird nicht unter Tage wie die Steinkohle abgebaut, sondern direkt an der Erdoberfläche. Darum beanspruchen Braunkohlewerke grundsätzlich viel Fläche, da nicht in der Tiefe, sondern in der Breite abgebaut wird.
Verarbeitung
Die Verarbeitung erfolgte ursprünglich in Kokereien, in denen die Kohle hohen Temperaturen ausgesetzt wird und dadurch zu Braunkohlekoks und Braunkohlebriketts verarbeitet wird. Heute sind in Deutschland allerdings nur noch vier Kokereien in Betrieb. Meist wird die Braunkohle direkt in den Kraftwerken getrocknet, gemahlen und schließlich zur Energiegewinnung direkt verbrannt.2005 wurde weltweit eine knappe Milliarde Tonnen Braunkohle gefördert, wobei Deutschland mit 19% Anteil an der Weltproduktion deutlicher Spitzenreiter ist. In Deutschland gibt es drei große Braunkohle-Reviere, das Rheinische Braunkohlerevier in der Niederrheinischen Bucht (ca. 95 Millionen Tonnen jährlich), das Mitteldeutsche (mit ca. 20 Millionen Tonnen) und das Lausitzer Revier (etwa 70 Millionen Tonnen jährlich). Die RWE Power AG ist das größte deutsche Braunkohleunternehmen mit insgesamt fünf Braunkohlekraftwerken.
Trotz der umweltschädigenden Einflüsse durch die Verwendung von Braunkohle so wie der absehbaren Verknappung – voraussichtlich wird die deutsche Braunkohle in etwa 40 Jahren völlig abgebaut sein – beträgt der Anteil der Braunkohle an der Stromerzeugung in Deutschland aktuell immer noch 27 Prozent.